Der Bezirksapostel in Olbernhau

Zum 4. Advent besuchte Bezirksapostel Wilfried Klingler die Gemeinde Olbernhau. Eingeladen waren auch die Glaubensgeschwister aus Deutschneudorf und Rübenau.

Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort Johannes 21,5:

"Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!"

Der Bezirksapostel nahm zunächst Bezug auf das Chorlied (Macht hoch die Tür, CM 2) und betonte, Christi Geburt könne man nicht einfach so feiern. Dieses hohe Fest will vorbereitet sein. Wir feiern auch nicht einfach so Weihnachten, sondern wir warten auf die Wiederkunft Christi, deswegen leben wir geistlich gesehen im Advent.

Zu Weihnachten wurde Gott Mensch, da erschien er in Armut, da war er klein. Betrachten wir einmal unseren Advent, in dem wir leben. Christus steht auch heute vor unserer Herzenstür. Er kommt mit leisen Schritten und sagt: "Ich steh vor deiner Tür und will mit dir Weihnachten feiern."

Wir wollen nicht fragen: Wann kommt der Herr? Wir wollen fragen: Wozu kommt der Herr? Christus kommt, um die zu holen, die er liebt.

Was ist irdischer Besitz wert, wenn die menschliche Liebe erkaltet? Menschliche Liebe hat sich schon oft geändert. Göttliche Liebe aber ist anders, denn Gott ist die Liebe, sie ist sein Wesen. Für Menschen ist Liebe nur ein Gefühl. Gott spricht zu uns Menschen: Ich habe euch so sehr geliebt, dass ich meinen Sohn auf diese Erde gab. Christus lehrt uns nicht die menschliche Liebe, sondern die göttliche Liebe.

Im Bibelwort heißt es: "Petrus, liebst du mich?" – Liebst du mich mit der göttlichen Liebe und nicht mit der menschlichen? Wonach wird Christus schauen bei seiner Wiederkunft? Er sieht auf unsere Liebe. Er wird nicht fragen: Was hast du getan? Sondern er wird fragen: Wie hast du das getan?

Wie wirkt das Werk Gottes, wenn wir keine Liebe in uns tragen? Wenn wir keine Liebe für Gott und sein Werk in uns tragen, dann kann uns daraus kein Segen erwachsen.

Gerade jetzt zum nahen Jahresende stellt sich manch einer die Frage: Warum musste ich dies und jenes erleben? Bruder, Schwester, wenn die göttliche Liebe in uns gewachsen ist, bewegt uns diese Frage nicht mehr so sehr.

Bischof Thomas Matthes betonte in seinem Predigtbeitrag, dass wir heute, an diesem vierten Advent, Gottes Liebe erleben dürfen. Unser Gott hat uns gefragt: Hast du mich lieb, der ich die Liebe über dir ausgegossen habe für dein Leben? Die Liebe Gottes hat ein Gesicht bekommen durch die Geburt Christi. Denken wir auch an all die, die in schlechte Verhältnisse gekommen sind. Die Liebe muss sich äußern, darum lasst uns in der Gemeinde, im Umfeld dienen.

Der Bezirksapostel stellte die Zwischenfrage: "Wie ist es, wenn der Herr uns etwas sagt?" – Die Antwort lautet: Wenn wir Liebe im Herzen haben, sind wir auch bereit, danach zu tun.

Bezirksältester Thomas Flemming unterstrich in seinem Dienen noch einmal eine Predigtaussage des Bezirksapostels. Auf die Frage "Wann kommt der Herr?" gibt es wohl keine ausreichende Antwort. Bei der Frage "Wozu kommt der Herr?" steht fest: Er will zu denen, die er lieb hat. Bruder, Schwester, hast du den Herrn so lieb, dass er heute noch wiederkommen könnte?

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde das Sakrament der Heiligen Wassertaufe und das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles für die Gemeinde und für die Entschlafenen beendete der Bezirksapostel den Gottesdienst mit Gebet und Segen.

Text und Fotos: skei