Ich glaube an den, der helfen kann

Am Sonntag, den 15. März 2015 diente Apostel Bimberg der Gemeinde Olbernhau. Für sie war es der letzte Besuch des Apostels in seiner aktiven Amtszeit.

1Dem Gottesdienst lag das Bibelwort Psalm 66,10 zugrunde:

"Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird."

Apostel Bimberg begann seine Predigt mit dem Psalmvers "Ich freue mich über die, die mir sagten: Lasset uns in das Haus des Herrn gehen." Wir gehen in das Haus des Herrn, um schöne Gottesdienste zu erleben.

Was sind schöne Gottesdienste? Dabei urteilen wir nicht nach der äußeren Form, sondern wie wir Gottes Nähe erleben. Gott richtet unseren Blick auf die Ewigkeit, gerade in dieser Zeit, die erfüllt ist von Nachrichten über Kriege, Vertreibung, Flüchtlingen und Angriffen auf Christen. Der liebe Gott lässt manches zu, was uns nicht gefällt. Prüfungen dienen dazu, Gott ähnlicher und als Gemeinde Christi erkannt zu werden.

In unserem Glaubensleben befinden wir uns in manchem Spannungsfeld. In einigen Ländern werden Christen um ihres Glaubens Willen verfolgt und verlieren sogar ihr Leben. Wir denken, da müsste Gott doch eingreifen und die Verhältnisse wenden. Gott hilft souverän und entsprechend seiner Sicht. Er ist mit seiner Liebe bei jedem Einzelnen. Wenn wir uns das vor unser geistiges Auge halten, dann löst sich das Spannungsfeld.

Ein weiteres Spannungsfeld ist die Frage: Warum geht es den Gottlosen so gut? Wenn wir Gottes Willen erfüllen, dann geht es uns nicht automatisch gut. Diese Erde ist nicht unsere Heimat. Wir haben ein anderes Ziel – in Ewigkeit beim Vater zu sein. Das wollen wir nicht aus den Augen verlieren.

Was macht die Kirche heilig? Es ist das heilige Handeln Gottes. Wir warten auf das Kommen des Herrn. Gott ist raum- und zeitlos und erfüllt seine Verheißungen. Die Zeit ist ein Problem des Menschen. Wir müssen Geduld haben. Die Prüfungen sind für uns da, damit wir etwas lernen. Ein Schiff ist zwar im Hafen sicher, aber gebaut wurde es für die offene See. Mit Christus sind wir auch für die "raue" See ausgestattet.

Gott zeigt uns unsere Schwächen nicht, um uns bloßzustellen, sondern weil er uns auf diese hinweisen möchte. Durch Prüfungen sagt uns Gott: Ich streite für euch und ihr sollt jetzt schweigen. Prüfungen heißen für uns auch: Wir können und werden mit Christus siegen. Lasst uns die Prüfungszeiten annehmen. Christus ist ganz nah bei uns und leitet uns durchs Leben, auch wenn wir Ärger und Enttäuschung erleben.

Wenn vorbei die Prüfungszeiten – ja wenn es doch schon soweit wäre, sagte Bezirksältester Flemming nach dem Liedvortrag des Chores in seinem Predigtbeitrag.

Bist du bereit, dazu ein Loblied zu singen?
Bist du bereit zu loben, auch wenn Gott nicht so hilft, wie wir es wollen?

Prüfungen sind nicht beliebt, aber sie sind notwendig und dienen der Sicherheit. Setzen wir die Liebe Gottes für andere ein, auch wenn es uns nicht gut geht.

Nun kommt eine Prüfung für uns alle – mit diesen Worten leitete der Apostel zum Heiligen Abendmahl über: Vergib mir, wie ich vergebe.

Die Gemeinde Marienberg war ebenfalls zu diesem Gottesdienst eingeladen, und Diakon Grummt wurde das Priesteramt anvertraut.

Mit Gebet und Segen endete dieser letzte Gottesdienst in Olbernhau unseres Apostels.

Text: skei/ SSR; Fotos: skei