Wie weit sind wir gekommen?

Diese Frage stellte Bezirksevangelist Arnd Melzer der Gemeinde Olbernhau, die zusammen mit den Unterstützern der tschechischen Kirchengemeinde Nejdek und einer Seniorengruppe aus dem Gebiet Bottrop diesen besonderen Gottesdienst erlebte.

Auch in diesem Jahr war der Gottesdienst und das anschließende Zusammensein als Dankeschön für die Glaubensgeschwister gedacht, welche die neuapostolische Gemeinde Nejdek in Tschechien musikalisch und seelsorgerisch unterstützen und die dortigen Gottesdienste aktiv mitgestalten.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Jesaja 40, 31 zugrunde:

„Aber die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, das sie wandeln und nicht müde werden.“

Kerngedanken aus dem Gottesdienst:

Bezug nehmend auf das Bibelwort fragte Bezirksevangelist Melzer in die Gemeinde: „Wie weit sind wir gekommen?“ Die Länge trägt die Last der Zeit und allmählich schwinden die Kräfte. Doch der Gegensatz dazu lautet - „… die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft“.

Schauen wir uns die Wüstenwanderung des Volkes Israel an. Was mag sich da zugetragen haben? Wie sah ihr Umfeld aus? So manche haben resigniert. Gott schickte einen Propheten und ließ durch ihn sagen: „Ich bin noch da!“

Wir alle haben Sorgen und Mühen und fragen mitunter: „Lieber Gott, wie soll es weiter gehen? Wie soll es werden?“ Mancher wird müde und matt und seine Glaubensbasis kommt ins Wanken. Manchmal wollen wir auch ungeduldig „mit dem Kopf durch die Wand“. Doch werfen wir einmal einen Blick auf den vorgelesenen Bibelvers - „… die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft“. Lasst uns den Blick haben: Der liebe Gott sieht uns, denn ER sieht alles. Ein Perspektivwechsel kann helfen - verändere Deinen Blick. Gott will, dass allen Menschen geholfen wird.

Ein Adler flattert nicht auf dem Boden herum. Er erhebt sich und nutzt die Thermik für seinen Flug. Unsere Thermik, unser Auftrieb ist die Gemeinde. Dabei wollen wir auch die Gebetskraft nicht vernachlässigen. Geben wir unserem Gott die Chance, Gedanken zu erwecken und geben wir IHM auch die notwendige Zeit dazu.

In seinem Predigtbeitrag sagte Priester Störzel (Vorsteher der Gemeinde Nejdek), dass eigentlich alles ganz einfach ist. Dennoch befinden wir uns manchmal in Bodennähe - fernab von einem galanten Adlerflug. Besinne dich auf deine Möglichkeiten, auf die Kraft, die du in dir trägst. Besinne dich auf deine Glaubenserlebnisse, dann kommt wieder neue Kraft.

Hirte Friedel bekräftigte noch einmal, dass jeder von uns die Kraft hat zu leben, zu glauben sowie Gott zu suchen und zu lieben. Heute haben wir in unserer Gemeinschaft neue Kraft dafür bekommen. Heben wir unsere Gebetshände auf und erbitten Gottes Gnade. Zwar werden nicht alle Bitten und Gebete erfüllt, aber Gott wird alles wohl machen.

In Vorbereitung auf das heilige Abendmahl wies der Bezirksevangelist noch einmal auf die Versöhnungsbereitschaft hin. Kein Adler nimmt auf seinem Flug einen Stein mit. Lassen wir unsere Steine los und reichen Bruder und Schwester die Hand der Versöhnung und der Vergebung.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Unterstützer für Nejdek noch zu einem Imbiss geladen. Dabei wurde mancher wertvolle Gedanke ausgetauscht, viel gelacht und Gemeinschaft gepflegt. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken mit selbstgebackenem leckeren Kuchen klang das diesjährige Treffen aus.

Möge allen Beteiligten aus dieser Begegnung neue Kraft und Freude erwachsen, um die angenommene Aufgabe auch weiterhin zur Freude der Geschwister erfüllen zu können.

Text und Fotos: skei