Schwester Ida Neubert aus Rübenau, die am 16.12.1928 in Annaberg versiegelt wurde, brachte die frohe Kunde vom wieder aufgerichteten Apostelamt in unsere Gegend.
Bruder Wegener aus Magdeburg, wohnhaft in Pockau, empfing am 21.03.1930 in Annaberg das Diakonenamt und am 21.10.1930 das Priesteramt. Durch einen beruflich bedingten Umzug kam er nach Olbernhau. In seiner Wohnung fand der erste Gottesdienst am 05.07.1931 statt, den der Hirte Lill aus Aue hielt.
Die erste versiegelte Seele.
Am 31.10.1931 versiegelte Apostel Landgraf 3 Seelen, unter ihnen Schwester Selma Neubert. Für diesen Gottesdienst mieteten die Brüder einen Raum im Hotel „Gerichtsschänke“
Die Gründung der Gemeinde Olbernhau erfolgte am 01.Juni 1932.
Die Amtsträger, Brüder und Schwestern aus Olbernhau stellten sich auch in so manchen Nebengemeinden und Missionsgebieten – verbunden mit vielen Opfern. - in den Dienst des Herrn, um Gottes Wort zu verkündigen.Dazu gehörte Blumenau (eingemeindet 1996) Rothenthal, Oberneuschönberg/Cämmerswalde (eingemeindet 2002) Deutschneudorf (eingemeindet 2017), Rübenau (eingemeindet 2022), Dittmannsdorf, Wernsdorf, Sayda, Neuhausen und Seiffen.
Eine jahrelange briefliche Betreuung nach Rumänien erfolgte durch den Hirten Emil Matthes und seinen Sohn, den Hirten Fred Matthes. Diese Verbindung entstand durch zwei Umsiedlerinnen, die in Olbernhau versiegelt wurden und 1949 in ihre Heimat zurückkehrten. 1966 durften die beiden genannten Segensträger sie in Rumänien besuchen und unter Aufsicht der dortigen Behörden Gottesdienst halten.
Die Gemeinde Olbernhau gehörte mit der Gründung zum Ältestenbezirk Aue, dem der Bezirksälteste Hermann Lill vorstand. Mit Wirkung vom 1. Januar 1950 wurde der Ältestenbezirk Aue geteilt und Olbernhau dem Ältestenbezirk Annaberg zugeordnet. Der Bezirksälteste Arthur Reinhold betreute diesen bis zu seiner Ruhesetzung am 2. Oktober 1966. Danach bediente der Bezirksälteste Kühne aus Karl-Marx-Stadt die Gemeinde, da die Ältestenbezirke Annaberg und Karl-Marx-Stadt zum Ältestenbezirk Karl-Marx-Stadt zusammengelegt wurden. Ihm war es jedoch nur einmal, am 31.November 1966, möglich, die Gemeinde zu besuchen, da er wenige Tage später plötzlich heimgerufen wurde. Von da an diente uns der Bezirksälteste Karl-Heinz-Flemming und die beiden Bezirksevangelisten Wolfgang Czech und Siegfried Trinks. Im Jahr 1994 trat der Bezirksälteste Karl-Heinz Flemming in den Ruhestand. Sein Nachfolger war der Bezirksälteste Ekkehard Zierold.
Der Gemeinde Olbernhau standen folgende Versammlungsstätten zur Verfügung:
17.04.1932 Hinterhaus der Gaststätte „Wartburg“
02.12.1934 Größerer Versammlungsraum in der Berggasse 8
1941-1945 Wohnung des Priesters Uhlig in der Berggasse 22
1949 Pachtung eines Grundstückes in der Blumenauer Str. 7
Auf Holzpfählen wurde eine Holzbaracke erstellt. Den Einweihungsgottesdienst führte a. 03.12.1949 Apostel Rockstroh durch.
Vor dem Umbau
Im Laufe der Jahre verschlechtere sich der bauliche Zustand der Baracke. 1963 erfolgte dann ein massiver Ausbau in Eigenleistung der Gemeinde. Stück für Stück wurden die angefaulten Holzwände durch Massivwände ersetzt.
1967 erhielt das Kirchengebäude eine Pfeifenorgel der Firma Böhm, Gotha.
Die folgenden Jahre in der Geschichte der Gemeinde Olbernhau waren durch eine gesegnete Entwicklung mit vielerlei Aktivitäten gekennzeichnet. Dazu zählen Kinderunterrichte, Jugendstunden, musikalische Veranstaltungen, Seniorenzusammenkünfte, Gemeindefeste.
In den folgenden Jahren genügte das Kirchengebäude den Erfordernissen der Gemeinde immer weniger. Vor allem fehlte es an Raumhöhe und Nebenräumen. Das veranlasste die Kirchenleitung zur Entscheidung für einen Komplettumbau mit räumlichen Erweiterungen.
Nach dem Umbau
Durch eine Reihe von großen, durchsichtigen Fensterflächen wirkt das Gebäude nach außen offen. Das auf diese Weise sichtbare rege Gemeindeleben soll zum Besuch einladen.
Das neue Satteldach vergrößert das Raumvolumen des Kirchensaales beträchtlich.
Im Gebäudeinneren ist nach dem Umbau der visuelle Eindruck eines Sakralbaus entstanden, der durch die Sichtbarkeit des Dachtragwerkes, den Einbau künstlerisch gestalteten Bleiverglasung, einem gemauerten Altar sowie der vollständig umgebauten Pfeifenorgel unterstrichen wird.
Die optische Wirkung des gesamten Gebäudes nach außen geht vom neuen Anbau aus, da dieser von der öffentlichen Straße her wahrgenommen wird. Die äußere Gestalt lässt schwerlich eine Kirche erkennen. Das das Gesamtbauwerk eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten bietet, hat es eher den Charakter eines Gemeindezentrums.
Eine Gemeinde, die 1931 in einer Wohnung ihren Anfang nahm, ist gewachsen, lebt und wirkt im Segen. Es geht ein großes Dankeschön an die Pioniere, Brüder und Schwestern, die bereits in die Ewigkeit vorausgingen.
Gemeinsam schauen wir dankbar und zuversichtlich in die Zukunft, was bei Gotteskindern heißt:
Wir erwarten die Wiederkunft des Herrn Jesu und möchten als Braut mit ihm beim himmlischen Vater sein
Neuapostolische Kirche